Zürcher Impulsprogramm zur nachhaltigen Entwicklung der Psychiatrie

Zürcher Impulsprogramm zur nachhaltigen Entwicklung der Psychiatrie
Heutige psychiatrische Versorgungsstrukturen im Kanton Zürich Das Psychiatriekonzept des Kantons Zürich aus dem Jahr 1995 hat durch einen Ausbau der ambulanten und teilstationären Angebote zu einer Angleichung an internationale Versorgungsstandards geführt. Die psychiatrische Versorgung im Kanton ist im nationalen wie internationalen Vergleich institutionell gut ausgestattet. Die Auffächerung der Angebote hat aber die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit komplexen Störungsbildern erschwert, da zumeist mehrere Institutionen gleichzeitig in die Betreuung und Behandlung einer Patientin oder eines Patienten involviert sind. Versorgungsschwierigkeiten ergeben sich aus dem mangelnden Zusammenspiel der verschiedenen Einrichtungen und drücken sich unter anderem durch ein erhöhtes Rehospitalisationsrisiko aus.

Neue Schwerpunkte in der Versorgungsforschung
Die Versorgungspsychiatrie hat zudem bis heute ihr Augenmerk vornehmlich auf die chronisch und langfristig erkrankten Menschen gerichtet. Die psychiatrische Forschung hat jetzt aber die Bedeutung der Früherkennung und Frühbehandlung psychisch Kranker für den langfristigen Verlauf der Erkrankungen erkannt. Auch fehlen bis anhin berufsintegrierende Massnahmen, die den Betroffenen eine Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt ermöglichen. Die Institutionen und Dienste des Kantons Zürich sind auf diese neuen Betreuungserfordernisse jedoch noch nicht hinreichend ausgerichtet.
 

Zürcher Impulsprogramm zur nachhaltigen Entwicklung der Psychiatrie
An dieser Schnittstelle zwischen Forschung und Versorgung soll das Zürcher Impulsprogramm zur nachhaltigen Entwicklung der Psychiatrie (ZInEP) mit neun unterschiedlichen Teilprojekten ansetzen. Zielgruppe des Impulsprogramms sind vorrangig Patientinnen und Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen und einem komplexen Versorgungsbedarf. Die neuen Versorgungsprojekte sollen Referenzpunkte für die Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung sowohl in der Schweiz wie im europäischen Ausland werden. Für eine nachhaltige Wirkung des Impulsprogramms wird der Einbezug des Kantons Zürich und der Krankenkassen bei der Einführung der neu erprobten Angebote in die Regelversorgung des Gesundheitswesens angestrebt. Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Wulf Rössler, ehemaliger Direktor der Klinik für Soziale Psychiatrie und Allgemeinpsychiatrie Zürich West an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich und Professor emeritus für Sozialpsychiatrie an der Universität Zürich wird die Gesamtleitung des Zürcher Impulsprogramms in Zusammenarbeit mit der Integrierten Psychiatrie Winterthur sowie unter der Trägerschaft der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich übernehmen. ZInEP wird durch ein grosszügiges Legat einer Stiftung ermöglicht. Die neun Teilprojekte des Impulsprogramms sollen ab dem 1. Juli 2009 über einen Zeitraum von sechs Jahren realisiert werden.