Forschungsprojekt

Dieses Teilprojekt hat mit Stigma und Gesundheitsökonomie zwei Themenbereiche, die jeweils im Rahmen der übrigen Teilprojekte mituntersucht werden.

Was Stigma angeht, untersuchen wir im Teilprojekt 'Epidemiologie' u.a. die Rolle von Stigma-Variablen wie Scham über eine eigene mögliche psychische Erkrankung auf Einstellungen in der Allgemeinbevölkerung zu Inanspruchnahme von Hilfe (Rüsch et al., 2013b), auf Offenlegung versus Geheimhaltung psychischer Erkrankungen und auf die Wahrnehmung von Stigma als Stressor. Im Teilprojekt 'Früherkennung' befassen wir uns mit Etikettierung und Selbstkonzept als ‚psychisch krank’, Scham, Stigma-Streß und Wohlbefinden bei jungen Menschen mit dem Risiko einer psychotischen Erkrankung (Rüsch et al., 2013a). In Teilprojekt 'Prävention von Zwangseinweisungen' interessiert uns der Zusammenhang zwischen Zwangseinweisungen und Stigma-Erleben (Rüsch et al., 2013c) sowie der Effekt der Intervention auf Selbststigmatisierung als sekundäres Outcome. In ähnlicher Weise untersuchen wir in den Teilprojekten 'Poststationäre Netzwerkkoordination' und 'Supported Employment' die Auswirkungen von Case Management beziehungsweise Supported Employment auf Selbststigma, die kognitive Bewertung von Stigma als Stressor sowie Recovery-Orientierung. Schließlich werden wir mit dem Teilprojekt 'Zentrum für Neuro- und Soziophysiologie' den Zusammenhang von Stigma-Variablen und Kognition analysieren.

Was Gesundheitsökonomie angeht, so interessiert uns vor allen Dingen die Kosteneffizienz sozialpsychiatrischer Interventionen. Dies schließt die Frage ein, wie viel ein Interventionserfolg (z.B. vermiedene Zwangseinweisung, vermiedene Hospitalisierung, Arbeitsplatz) kostet und inwiefern reduzierte indirekte Kosten der Erkrankung (etwa durch Arbeitslosigkeit oder durch Kosten für Angehörige) die Kosten der Intervention aufwiegen. Wir untersuchen weiterhin die unter jungen Menschen mit dem Risiko psychotischer Erkrankungen entstehenden direkten und indirekten Kosten während des Studienzeitraumes.