Untersuchung von kognitivem Status, Lebensqualität, Hirnstruktur und Beta-Amyloid Ablagerungen bei Hochbetagten

Im höheren Alter nimmt die Häufigkeit von Gedächtnisstörungen zu. Die häufigste Demenzform des höheren Lebensalters ist die Alzheimer-Erkrankung. Bei dieser Erkrankung finden sich häufig ausgeprägte Ablagerungen von verschiedenen Eiweissstoffen, wie z.B. Beta-Amyloid im Gehirn, so genannte Plaques. Es wurde gezeigt, dass auch Gesunde solche Ablagerungen zeigen können (Mintun et al., 2006; Ng, Villemagne, Masters, & Rowe, 2007). Mit der radiologischen Untersuchungsmethode, des so genannten B-Amyloid-Imaging, lassen sich unter Einsatz des markierenden Stoffes Pittsburgh Compound B Plaques auch bei Gesunden nachweisen (PiB positiv).

Nebst diesem sogenannten „Beta-Amyloid Imaging“ werden im Zusammenhang mit Demenz und gesundem Altern auch Veränderungen der Hirnstruktur im Alter und deren Zusammenhang mit Gedächtnisfunktionen und Lebensqualität untersucht (Scheltens & van de Pol, 2012). Allerdings wurden die meisten dieser Studien in der Vergangenheit an Probanden unter 85 Jahren durchgeführt. In Bezug auf gesundes Altern ist aber gerade die Altersgruppe über 85 Jahren von Interesse.

Ferner untersucht dieses Projekt, ob das Immunsystem, das unseren Körper gegen Viren und Bakterien schützt, auch eine Rolle bei Gehirnerkrankungen wie der Alzheimer Demenzen spielt. Unsere Vermutung ist es, dass das Immunsystem schon früh Abwehrmaßnahmen gegen solche schädlichen Eiweissstrukturen oder andere Stoffe ergreift. Wir möchten daher prüfen, ob sich Abwehrstoffe (z.B. Zellen, Antikörper) gegen körpereigene Eiweissstrukturen, wie z.B. Beta-Amyloid oder andere Eiweißstoffe, Strukturen, Zellen oder Moleküle finden lassen. Diese Abwehrstoffe können dann einerseits im Bereich der Früherkennung von Krankheiten zum Einsatz kommen und andererseits Ausgangspunkt für neue Therapien sein (Nitsch & Hock, 2008).

 

Ziel dieser Studie:

Durch ein besseres Verständnis der Zusammenhänge von kognitiven Funktionen, Lebensstil und Hirnfunktion/Anatomie erhofft man sich einen Einblick in biologische Vorgänge, die bei der Entstehung von neurodegenerativen oder anderen Erkrankungen eine Rolle spielen könnten. Gerade die Stichprobe von über 85 Jährigen ist bis heute kaum untersucht wird aber in Zukunft einen grossen Teil unserer Bevölkerungsschickt ausmachen. Die so gewonnen Kenntnisse können auch zur Vorbeugung von Demenzerkrankungen genutzt werden vor allem in Zusammenhang mit der Auswertung / Vergleich von ähnlichen Studien an jüngeren Probanden.

 

Primärer Endpunkt:

Hirnamyloid Status im Vergleich zu Gedächtnisfunktionen, Lebensstil und Genotyp zum Zeitpunkt Baseline.

 

Sekundäre Endpunkte:

Veränderung über die Zeit von Gedächtnisfunktionen und Hirnantomie (Atrophy) in Bezug zu Hirnamyloidstatus und Genotyp bei Studienbeginn Untersuchung der Zusammenhänge zwischen allen erhobenen Parameter und Identifizierung von protektiven Variablen die negativ mit Funktionsminderungen (bis hin zur Demenz) korrelieren.