Mythen und Fakten

 

Mythos 1

Jugendliche haben meist keine psychische Erkrankung, sondern sind einfach launisch.

Fakt: 15 bis 24 jährige Menschen werden als eine Hauptrisikogruppe für psychische Erkrankungen angesehen. Im Gegensatz zu körperlichen Krankheiten treten psychische Leiden oft in den Jugendjahren auf. 

 

Mythos 2

Menschen mit einer psychischen Erkrankung sind gefährlich.

Fakt: Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Menschen mit psychischen Problemen nicht häufiger gewalttätig sind als andere. Vorausgesetzt sie sind in entsprechender Behandlung und konsumieren keinen Alkohol und illegale Drogen.

 

Mythos 3

Psychische Erkrankungen sind nicht heilbar.

Fakt: Vor allem wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt wird, sind die Heilungsaussichten höher als bei den meisten anderen chronischen Erkrankungen.

 

Mythos 4

Die Krankenkasse übernimmt keine Arztkosten bei psychischen Störungen.

Fakt: Wie bei körperlichen Erkrankungen, wird auch bei psychischen Erkrankungen die Behandlung von den Krankenkassen übernommen, sofern sie den Diagnosekriterien der international anerkannten Klassifikationssysteme entsprechen.

 

Mythos 5

Psychische Krankheiten sind schwierig zu beurteilen.

Fakt: Wie jede andere Krankheit bestehen Diagnosekriterien, die in einem ausführlichen Gespräch mit einem Psychologen oder Psychiater abgeklärt werden.

 

Mythos 6

Vom Kiffen wird man schizophren.

Fakt: Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass bei einer bereits erhöhten Vulnerabilität für eine psychotische Erkrankung ein zusätzlicher Cannabiskonsum das Risiko an einer Psychose zu erkranken verdoppelt. Die Häufigkeit und Menge des Cannabiskonsums sind dabei weitere Faktoren die das Erkrankungsrisiko bestimmen. Zusätzlich gilt, dass je früher im Jugendalter konsumiert wird, desto höher ist das Erkrankungsrisiko. 

 

Mythos 7

Schizophren zu sein heisst, dass man verschiedene Persönlichkeiten oder gespaltene Persönlichkeiten in sich trägt.

Fakt: Weder die Gleichsetzung der Schizophrenie mit Persönlichkeitsspaltung, noch die Annahme, dass eine an Schizophrenie erkrankte Person viele verschiedene Persönlichkeiten in sich trage, ist nach psychiatrischem Verständnis zutreffend. Die Erzählung „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“  ist eine Fiktion und kommt in der Realität nicht vor.